Letzter Eintrag

Moin, dies wird nun wohl der letzte Eintrag. Also aus der Karibik, meine ich. Ich sitze im Cockpit, der Windgenerator pfeift in einer erträglich Tonlage und versorgt uns bisher ordentlich mit Strom. In meinem Kopf hallen die zwei gestigen Rumpunsche nach. Rumpunsche? Deren orthographische und physische Mehrzahl ist mir dann doch nicht so geläufig. Besser so. Die Proviantierung ist beendet und wurde auf meinem Wunsch hin mit zwei für Langfahrten obligaten Obstnetzen im Cockpit gekrönt. Ob diese die Haltbarkeit von Zwiebeln und Obst tatsächlich verlängern, wird sich zeigen. Jedenfalls sieht es schon mal professionell aus. Wir haben uns entschieden, erst morgen zu starten. Denn ansonsten würden wir gleich mit einer Nachtfahrt beginnen. Muß ja nicht sein. Außerdem wollen wir heute noch eine kleine Tour mit unserem Mietwagen machen und so wenigstens etwas Karibik inhalieren. Erstaunlicherweise werde ich jetzt immer ruhiger. Vielleicht liegt das an den intensiven Vorbereitungen und dem guten Gefühl, mit einem sicheren Boot und einer guten Crew unterwegs zu sein. Aber vielleicht kommt die Nervosität auch erst, wenn nach dem Ablegen klar ist, das das nächste Anlegerbier erst auf Horta getrunken werden kann. Die heutige Sicherheitseinweisung ist sehr intensiv und nimmt fast den ganzen Vormittag in Anspruch. Wo befinden sich die Sicherheitsventile, was ist zu tun, wenn… Eben das volle und notwendige Programm. Testen müssen wir noch unser Wachsystem. Bisher planen wir einen zweistündigen Wachwechsel, sodass im günstigsten Fall man 6 Stunden durchgängigen Schlaf tanken kann. Wir werden sehen, ob sich das bewährt. Klar ist, dass wir zumindest in den ersten Tagen viel per Hand ans Ruder gehen. Aus Strom- und Sicherheitsgründen. Eine Windfahnensteuerung wäre ideal, ist aber eben nicht vorhanden. Reines Steuern nach Kompass und Wind. Keine Landmarke wird das Kurshalten erleichtern. Nicht 100%ig sicher ist die Verlässlichkeit unseres Kühlschrankes. Hoffentlich hält der durch und wir haben ausreichend Strom, um diesen ständig in Betrieb halten zu können. Ansonsten wäre das großer Käse, für den Käse, für die anderen Vorräte und natürlich für uns. So, dann drückt mal alle Daumen, dass der morgige Start gut gelingt. Wind wird es ausreichend, aber absolut beherrschbar geben. Ahoi