Tag 1 , Anreise

Gestern wog mein Seesack nur 16 Kilogramm. Heute früh ist er mit 20 Kilo deutlich gewachsen. So schwer ist doch keine Zahnbürste! Jedenfalls kann ich mir es jetzt abschminken, mit dem ganzen Gepäck durch Paris zu tigern. Von dort soll es morgen gen Sin Maarten gehen, per Billigflieger. Aber heute folgt die wesentlich längere Strecke, also zeitlich gesehen. Da ich flugtechnisch fast in der Pampa wohne, wählte ich einen grünen Bus, der mich in ca. 20 Stunden in die französische Hauptstadt bringen soll. Nun denn. Meiner liebsten aller Skipperfrauen erkläre ich noch die letzten technischen Details unserer Haus- und Gartentechnik und lade den letzten James-Bond-Film auf die Festplatte. Es soll ja während des Törns nicht langweilig werden. Zeitlich geradeso passend fahren wir zum nächstgelegenen Kleinstadtbahnhof. Doch irgendetwas stimmt nicht. Richtig, ein Hinweisschild deutet an, man möge den Schienenersatzverkehr nutzen. Und der ersetzt seit einer Viertelstunde nicht mehr. Gestern noch gab es dazu im allwissenden Internetz keinen Hinweis. Die Reise fängt ja super an. Bloß gut, dass es einen Plan B gibt. Uli fährt mich direkt in die Landeshauptstadt. Die Autobahn ist ausnahmsweise staufrei und wir sind überpünktlich am Busbahnhof. Mangels Parkplatz bleibt nur Zeit für ein kurzes Abschiednehmen. Gut so. Einer meiner Söhne steht dafür bereit und verkürzt mir das Warten auf den grünen Bus. Denn der will auch nicht kommen, zumindest pünktlich. Na, das kann heiter werden. Der Bus rollt endlich. So richtig hatte ich mich nicht über dessen Streckenführung informiert und wundere mich über den eingeschlagenen nordwestlichen Weg. Am Ende fahren wir über die Niederlande und Belgien nach Paris. Dank Nachtfahrt und ausbleibendem Berufsverkehr in Paris, hier wird wohl der Tag der Arbeit auch mit Müßiggang gefeiert, sind die Straßen völlig frei und der Bus überpünktlich. Ich gönne mir angesichts des schweren Gepäcks ein Taxi und glaube wenig später, die Reise würde nun ein vorzeitiges Ende finden. Jedenfalls scheint der cholerische Fahrer ein verkappter Rennfahrer zu sein, kennt weder Mindestabstand noch Geschwindigkeitsbegrenzungen. In Orly angekommen, wird meine Intervention, dies hier sei das falsche Terminal mit :“Ich bin der Taxifahrer. Und ich weiß, was ich mache“. Okay. Nachdem wird Terminal 1-3 unter lautstarkem Gehupe passieren und sich Terminal 4 einfach nicht zeigen will, werden nun sämtliche Straßenmarkierungen ignoriert und das Ziel neu angesteuert. Schließlich landen wir mit quietschenden Reifen am richtigen Ort und ich bin froh, dass ich nach diesem Ritt noch lebe. Damit habe ich hoffentlich den schwersten Part dieser Reise inklusive Querung des Atlantiks überlebt. Ich hoffe, in den kommenden Tagen immer mal einen Bericht absetzen zu können. Wenn dies nicht gelingt, bedeutet dies nur, dass es schlichtweg keine Verbindung gibt oder das Satellitentelefon nicht das tut, was es soll. Oder das Guthaben dieser Kiste ist abgelaufen. Also keine Panik. Ich will mich in dieser Beziehung auch nicht stressen, sondern den Törn v.a. genießen.
Ahoi

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