Ist hier noch jemand?

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Ist hier noch jemand?

Moin. Winterschlaf beendet. Die Zeit ohne Wasser unterm Kiel dauerte eine gefühlte Ewigkeit und es gab auf dieser Seite wenig Maritimes zu berichten. Deshalb zuerst ein Dankeschön an alle Leser, die ihre Hoffnung nicht aufgaben und immer mal wieder nach Lütt Matten fahndeten. Dessen Schicksal endete laut Marine Traffic abrupt im Nirgendwo. Die 3.666 youtuber (Stand heute) wußten allerdings, dass Matten mit Tina, Hannes und mir wohlbehalten in Barth anlandete und das 2017er Segeljahr ein glückliches Ende fand.

In den letzten Monaten war ich nautisch nicht ganz untätig. Gehörte Lütt Matten zu einer fiskalisch relevanten Unternehmung, hätte ich zumindest zwei Reisen steuersparend verbuchen können. Noch in 2017 erkundete ich mit Uli auf den Azoren mögliche Anlaufhäfen für Matten. Das Ergebnis war ernüchternd. Nur zwei Häfen auf Sāo Miguel erlauben ein sicheres Einlaufen. Dafür waren die für Seebeine ungeeigneten Wanderungen ein schönes Reise-Nebenprogramm. 

Vor wenigen Wochen erforschte ich im Rahmen einer Andalusienrundfahrt  gemeinsam mit meiner Mutter  noch kurz die komplizierten Strömungsverhältnissen vor Gibraltar.

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Die Meerenge zwischen Afrika und Europa ist auch wegen dem regen Schiffsverkehr navigatorisch nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.

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Der ortskundige Segler auf dem Weg ins oder aus dem Mittelmeer läuft Gibraltar insbesondere wegen der sensationell niedrigen Dieselpreise an. Die in unmittelbarer Nähe befindliche Start-und Landebahn lädt allerdings nur zu einem Kurzaufenthalt in der Marina am Affenfelsen ein. Den maritim uninteressanten Rest der Andalusienreise mit Zwischenstationen u.a. in Malaga, Granada, Córdoba, Sevillia und Ronda spare ich hier mal aus.

Der Countdown läuft.

Endlich kann ich meinen Bootsschuppen wieder zum begehbaren Arbeitszimmer rekultivieren. Mattens Segel liegen sauber gefaltet und trocken im Bulli, der sich bis Montag noch randvoll füllen wird.  Wetterdaten abrufen und Updates für die digitalen Seekarten ziehen gehören seit heute wieder zum Tagesritual, denn am Dienstag soll Lütt Matten eingekrant werden. Der erste Törn steht für Mittwoch an, so denn alle Arbeiten am Boot beendet sind. Neben dem jährlichen Antifoulinganstrich und dem Wechsel der Opferanoden gibt es leider mit der Propeller am Bugstrahlruder Probleme, deren haushaltärische Auswirkungen ich noch nicht beziffern kann. So muss die von einem Leser dieses Blogs unermüdlich angemahnte Aufrüstung des Flautenschiebers auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Bevor ich dann die Leinen loswerfen kann, sind noch die neue Bilgepumpe und die nunmehr zweikanalig programmierte Funke zu verbauen. Aber dazu dann zur gegebener Zeit mehr.

Eingangs fragte ich: Ist hier noch jemand? Also Lütt Matten und ich sind es.  Auf zu neuen Ufern!

Ahoi 

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