Eisiger Empfang in der Marina

Die Fahrt an die Ostsee ist unspektakulär. Kurz vor Rostock begleiten mich immer noch frühlingshafte 15 Grad und Sonnenschein. Über baubedingte Umwege finde ich endlich Barth. Doch welch eisige Kälte empfängt mich in der Marina!

Nein, die Stimmung hier ist gut. Nebelbänke ziehen über das Werftgelände und ich wünschte, ich hätte an Handschuhe gedacht. So wird Mattens Entplanung ein einziger Krampf, zumal ich im November leicht paranoid spinnennetzartig die sichernden Leinen des Wetterschutzes gezogen hatte, natürlich seemännisch gut verknotet. Bloß gut, dass das Einkranen erst morgen stattfinden soll, denn mancher sturmgeprüfte Knoten provoziert meiner Kinderstube nicht entsprechende Flüche.  Zu dieser späten Stunde verhallen diese ungehört und mein Image bekommt keinen Knacks.

Was heute natürlich nicht fehlen darf, ist die traditionelle Scholle. Die Fischkneipe am Hafen ruht Gott sei Dank nur mittwochs. Also alles auf Anfang und ich zähle eine Stunde später für 2018 Nummer Eins.

Die kalte Nacht verbringe ich auf Lütt Matten. Das schlaffördernde Plätschern der Wellen fehlt, genauso wie eine wärmende Heizung, denn der Landstrom mag nicht fließen. Einer Eingebung folgend, hatte ich in letzter Minute glücklicherweise einen arktistauglichen Schlafsack eingepackt.  Die Bordbar ist allerdings leer. Der gerade gewonnene Sonderpunkt für den  Proviantmeisters wird sofort wieder abgezogen. So muss als Absacker das erste Seglerbier auf Lütt Matten herhalten. Geht auch. Dann gibt die verlöschende Kerze auf dem Cockpittisch das Signal zur Nachtruhe.

Ahoi

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