Karibische Gefühle

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Joo, nicht nur ob der heißen Temperaturen habe ich das Gefühl, Matten liegt in der Karibik auf dem Bock. Wahrscheinlich werden demnächst auch in Segelyachten Klimaanlagen zur must-have-Ausrüstung. Zumindest denke ich mal über den Einbau von Ventilatoren nach. 

Mein Vergleich mit der Karibik entspringt aber eher der jüngst erfahrenen Arbeitsmoral bzw. – qualität mancher Ausrüster. Der Segelmacher hat mich wieder im Stich gelassen. Nix fertig. Der Wechsel der Manschette des Saildrive endete im Desaster. Der Anlasser wurde mal so eben zerlegt… 

Aber Schluss mit Jammern. Lütt Matten ist wieder im Wasser. Mangels Maschinenkraft wurden wir händisch in einen passenden Slot gezogen. Joo, und hier liegen wir jetzt. 

Neuer Tag, neues Glück. Die Segel sind nach meiner gestrigen Unfreundlichkeit abholbereit und wenig später angeschlagen, ging auch in diesem Jahr wieder etwas holprig. Das Rollgroß will immer etwas gestreichelt werden, bis es das tut, was es soll. Na klar, das Glück dauert nicht lange. Neben dem neu genähten UV-Schutz klafft ein Loch im Vorsegel. Also wieder runter mit dem Ding und dafür die zweite Genua hochgezogen. Ich verstehe den Segelmacher absolut nicht. Im Prinzip wie beim schlechten Zahnarzt, der dir eine Edelkrone anbaut und das Loch im benachbarten Zahn übersieht. Nur, bei Schmerzen gehe ich zum Notarzt. Bei einem gerissenen Segel hilft auf See niemand. Rrr.

Ich kärcher erstmal Matten und verschaffe mir ein Erfolgserlebnis. Schön, wenn der Dreck der letzten Monate verschwunden ist und alles wieder strahlt. Laune gleich besser. Der Motorservice steht wieder am Steg und will nun den Motor nebst Anlasser einbauen. Gelingt ihnen. Auch den festkorodierten Schalthebel bekommen die Jungs wieder lose und ich kann dort endlich eine neue Dichtung anbauen. Die ist zwar spätestens in einem halben Jahr wieder Rott, aber ich hatte ja gleich zwei dieser Schaumstoffteile gekauft. Nächste Baustelle ist die Wasserpumpe, die letztlich auf nicht nachvollziehbarer Weise wieder ihre Arbeit aufnimmt. Ich bilde mir mal ein, dass ich das ob des vergangenen Ärgers jetzt einfach mal verdient habe.

Die Herstellung der Kabelverbindungen zwischen Mast- und Bootselektrik schiebe ich in der Gewissheit, einen irren Kabelsalat entflechten zu müssen, trotz meiner Vorarbeiten am Mast, auf den Abend. Ich widme mich zuerst lieber den kleinen Dingen. Die neue Windfahnensteuerung braucht ja „freie Sicht“. Also wird ein neuer kleiner Adenauer am Achterstag montiert. Markierungsboje und Rettungskragen erhalten seitlich einen neuen Platz.

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Und dann lacht mich wieder das Holzbrett ( siehe hier) Blogeintrag aus Panama an. Daraus wollte ich schon eine gefühlte Ewigkeit eine Halterung für den Außenbordmotor des Dinghis basteln. Keine große Sache, aber halt immer aufgeschoben. Jetzt hängt das seltene Hartholz an der Reling und trägt das sperrige Teil. Na bitte, wieder etwas mehr Platz in der Backskiste.

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Die Mülltüte als provisorisches Motorcover ist nicht der Hit, ich weiß

Mit diesen kleinen Erfolgen finde ich auch eine Begründung, die Kabelgeschichte noch ruhen zu lassen und Scholle Nr. 4 anzusteuern. Doch da ist sie wieder, meine Pechsträhne. Null Scholle. Dann muss ein Zander Ersatz bieten. Schmeckt, aber längst nicht so lecker. 

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Und nun ran an den Salat. Der Unlogik folgend, dass Blau braun ist und Braun rot, gelingt die Herstellung der Verbindungen fast auf Anhieb. Ich fasse es trotzdem nicht, wie der Hersteller seine Elektrik verbastelt hat. Keine gelöteten Kabel. Isolierung ab, viermal die Kupferadern verdreht und ab in die Lüsterklemme. Hä, so schließe ich Amateur vielleicht daheim meine Lampe an, aber auf einem Boot hat dieser Pfusch nichts zu suchen. Wieder eine Baustelle. Lötkolben ist ja an Bord. Und Schrumpfschläuche. Aber nicht heute. 

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Habe ich jetzt etwas vergessen? Kann sein. Den geneigten Leser wird dieser technische Kram eh langweilen. Der Satz: „Lütt Matten ist jetzt klar für das neue Abenteuer.“ hätte es auch getan, füllt allerdings kaum einen Blogeintrag. 

Übrigens, Teil 3 des Atlantiktörns ist seit heute online.

Ahoi und seht ihr das?

2 Gedanken zu „Karibische Gefühle“

  1. Hallo Stefan,

    großen Respekt für Deine Atlantiküberquerung und das Du das so Dokumentiert hast.
    Ich habe alle Deine Folgen gesehen und habe echt selber Lust auf so eine Reise bekommen.
    Vielen Danke für Deine Eindrücke, mach weiter so.

    Gruss aus Osnabrück
    Thorsten

    1. Moin Thorsten, vielen Dank. Mit dem “weiter so“ ist das so eine Sache. Der Atlantik- Törn ist kaum noch zu toppen. Es wird eine Umstellung werden, wieder allein unterwegs zu sein. In der nächster Woche werfe ich die Leinen los und starte zur 1.Etappe, Plan- , aber nicht ziellos.
      Wenn Du Lust auf eine Atlantiküberquerung bekommen hast, schau doch mal unter “Hand gegen Koje“. Mit etwas Geduld wirst Du dort sicher fündig. Die West-Ost-Richtung kann zwar etwas unbequemer werden, ist aber längst nicht so “gefragt“. Ahoi und Grüße nach Osnabrück

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