Kranen und Planen – Lütt Matten geht ins Winterlager

Auskranen für Winterlager

Nö, das kann jetzt nicht wahr sein. Tiefblauer Himmel, platte See und kreischende Möven begrüßen uns. Wäre gestern auch ein Wetteroption gewesen. Aber ich will nicht meckern. Zu schön waren die Segelbedingungen am Sonnabend. Und zum Segelabschlagen und Kranen ist dieser windlose Tag bestens geeignet.

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Noch während des Frühstücks taucht ein Marinero auf, der mit mir die Segel bergen will. Doch er gönnt uns noch eine halbe Stunde. Tina und Hannes packen ihre Seesäcke, die nunmehr nur noch ungefährliches Leergut enthalten. Die Beiden helfen mir noch beim Abschlagen der Segel. Dann ist es Zeit, Abschied zu nehmen. Ich bin für die gemeinsamen und ausgesprochen fröhlichen Stunden dankbar. Und die Einladung für einen Törn im kommenden Jahr steht.

Gut, dass mir in diesem Jahr ausreichend Zeit bleibt. Kistenweise füllt sich mein Bulli. Glücklicherweise findet sich nur wenig zu verstauender Proviant. Auch das wenige zu entsorgende Leergut erspart mir in diesem Jahr peinliche Blicke. Die Funke klemme ich ab, da ich sie nochmal neu programmieren lassen will. Die Niederländer hatten mir im vergangenen Jahr die Zweikanal-Überwachung (Dual Watch) beim Eingeben meiner MMSI  gleich mit abgeschaltet.

Gegen Mittag schipper ich mit Matten zum Kranbecken. Es folgen die nötigen Einwinterungsarbeiten des Motors, der Toilette und des Warmwasserboilers. Das zieht sich, denn wir müssen gemeinsam erst die richtige Vorgehensweise ergründen. Die Wartezeit, bis die Schlaufen des Krans sich um Mattens Rumpf legen, nutze ich zur Reparatur des Zweifarbenlichtes am Bug. Salzwasser führte hier zu völligem Kontaktverlust. Endlich kann dann Lütt Matten aus dem Wasser gekrant werden. Erstaunlicherweise sieht das Unterwassserschiff noch fast perfekt aus. Einzig einige Pocken hängen am Faltpropeller. Hm, da hatte mir der Taucher vor einigen Wochen doch mehr Bewuchs „versprochen“.

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Die Opferanoden sehen noch vernünftig aus. Einzig die Anode für die Erdung ist komplett nicht mehr vorhanden. Gut und schlecht. Zum einen scheint diese ihren Job zu machen, andererseits war es höchste Zeit, aus dem Wasser zu kommen.  Die Opferanode am Bugstrahler hat sich leider nicht weiter aufgelöst. Der Werft war es schon im vergangenen Jahr nicht gelungen, diese zu wechseln. Aber in diesem Jahr muss das werden.

Mit Sonnenuntergang steht Matten endlich auf trockenem Kiel und ich kann mit dem Abplanen beginnen. Das zieht sich dann bis weit in die siebente Stunde. Der schwache Wind und eine gut konstruierte Plane lassen mich dieses Manöver aber gut einhand bewältigen.

Das war es dann für 2017.  Der letzte Törn in das Winterlager hat nochmals für ein wahrhaftes Trostpflaster gesorgt, denn familäre Pflichten und ein nicht so perfekter Sommer lassen mich zwiespältig auf die vergangene Segelsaison schauen. Aber in 2018 wird das sicher wieder anders.

Das Video zu den letzten Tagen folgt demnächst – Seht ihr das?

Ahoi

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