Tonnenstrich – von Barhöft nach Barth

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Auch wenn uns heute fast nichts drängt, zieht es mich gegen 7 Uhr aus der Koje. Die Sonne versteckt sich hinter grauen Wolken. Der Wetterbericht verspricht uns gegen Mittag mit 100%iger Wahrscheinlichkeit Regen. Frühes Ablegen sichert eine längere trockene Fahrt. Doch noch genieße ich das geschäftige Treiben der vielen Hobbyangler, die ihre Boote zum Auslaufen klarieren. Merkwürdigerweise sind es nur Männer, die es bevorzugen, den Sonntag auf dem Wasser zu verbringen. Die Frage, ob der Grund dafür nur die reine Freude am Angeln ist, bleibt unbeantwortet.

Nach einem vollständigen Frühstück zieht es uns raus. Der Ableger ist bei den Windbedingungen kein Problem. Eindampfen in die an Backbord gelegte Heckleine. Kugelfender an Steuerbord – und der Bugstrahler bleibt wieder ungenutzt. Ab dem abzweigenden Fahrwasser übernimmt Hannes das Ruder und wird es erst kurz vor Barth an mich übergeben. Vor uns liegen 13 sm Fahrt unter Motor, der heute auf jedwede Warnungen verzichtet. Sauber folgen wir dem Tonnenstrich und kontrollieren unseren Weg immer wieder mit einem Blick nach Achtern.  Abseits des gekennzeichneten Weges geht die Wassertiefe schnell unter die 1-Meter-Marke. Angler säumen den Weg an der Kante des Tonnenstriches. Gegen 11 Uhr hält der Wetterbericht, was er versprochen hat und spendiert uns novembertypische nasse Kälte. Hannes wird zum Helden der Tour, während Tina und ich uns immer wieder unter die Sprayhood verkriechen. Kürbissuppe und Tee halten unsere Körper auf Arbeitstemperatur.

Gegen 12 Uhr erscheint im Regendunst die Barther Kirche. Die Festmacher sind wieder zu beiden Seiten Mattens klariert. Die Fender werden heute rechtzeitig über die Reeling gehangen. Die Rollenverteilung der Crew ist Routine. So gelingt unser Anleger in Barth problemlos. Das Anlegerbier beschränkt sich auf die erlaubte Promillegrenze, denn wir wollen am Nachmittag noch mein Auto aus Warnemünde rückführen. Mit einem kurzen Kaffee-und-Kuchen-Zwischenstop in Ahrenshoop ist das schnell erledigt. Am Abend gönnen wir uns ein leckeres Mahl. Mattens Whiskybar bildet den krönenden Abschluß zweier perfekter Tage mit Tina und Hannes.

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