Werden wir Freunde?

IMG 6168 - Werden wir Freunde?

Heute liegen 586 km vor uns. Eigentlich bin ich froh, Lago Posadas zu verlassen. Das Quartier und das Essen waren ihr Geld nicht wert. Da grummelt es in meinem Bauch. Nach 70 km Schotterpiste erreichen wir die Ruta 40. Wir tanken nochmals nach, da die nächste Station mehr als 300 km entfernt ist.

Die nächsten 100 Kilometer rollen wir auf Asphalt. Wir sind jetzt in der Pampa. Die öde Landschaft und der extreme Wind wirken wenig einladend.

Wir biegen ab auf die kürzere alte Ruta 40. Die Schotterpiste läßt sich gut fahren. Allein der starke Wind erfordert ständiges Gegenlenken und erschwert das Spurhalten. Unterwegs überholen wir vier Motorradfahrer, die am Seitenrand stehen. Vor deren Leistung ziehe ich den Hut. Tiefer Schoter, rutschiger Sand und dieser ätzende Wind. Die Jungs müssen doch schon nach 100 km fix und fertig sein. Wir sehen am Horizont dicke Staubwolken und rätseln über deren Ursache. Näherkommend sehen wir, dass ausgetrocknete Salzseen quasi ausgefegt werden. Wir fahren meilenweit ohne jede Begegnung mit Häusern oder Fahrzeugen. In unseren Köpfen kreisen Überlegungen, was passieren würde, wenn das Auto sich festfährt oder defekt ist. Und siehe da, die vorweggenommen Angst erfüllt sich. Die Tankanzeige springt auf Null und gibt Warnlicht.

Dabei hatten wir gerade noch einen 3/4 vollen Tank. Uli merkt nicht, dass ich bei noch laufendem Motor anhalten kann und meint, dass wir jetzt ein ernstes Problem haben. Mein erster Gedanke ist ein Steindurchschlag des Dieseltanks. Das aber wäre Quatsch. Also tippe ich auf einen Defekt des Meßfühlers der Tankanzeige, setze mich wieder an das Lenkrad und beschließe, die Warnanzeige zu ignorieren. Siehe da, unser Auto rollt ohne Probleme bis zum Ziel. El Chalten ist ein touristisch geprägter Ort. Viele Rucksacktouristen laufen hier rum. Wir wollen am Geldautomaten einheimische Währung ziehen. Doch nichts geht hier. Auch an der zweiten und letzten Möglichkeit tut sich nichts. So müssen wir weiter mit Dollar zahlen. Inzwischen ist es nicht nur windig und kalt, sondern auch naß. Noch kann ich mich mit Argentinien nicht so recht anfreunden.

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