Lütt Mattens Wort zum Sonntag

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Moin,

ich schlürfe meinen morgendlichen Kaffee bei bestem Flautenwetter. Nach dem Ziehen der Wetterdaten ist schnell klar:  das wird auch heute nichts mit dem Segeln. Gestern kam wenigstens zum späten Nachmittag noch eine schöne Brise. Doch für zwei Stunden wollte ich mir den An- und Ablegestress auch nicht mehr antun. Ich werde faul und kann damit gut leben.
Meine frühmorgentliche Zeit im Sonnenstudio-Cockpit läßt mich wieder einmal philosophieren. Über das Leben und so. Meine Stegnachbarn verschlafen derweil den wunderbaren Sonnenaufgang. Und in diese Stille surrt es plötzlich aus einer undefinierbaren Richtung. Es dauert eine Weile, bis mein Blick gen Himmel schweift und ich die Quelle meines Unbehagens erkenne. Eine Drohne schwebt über der Marina. Und damit komme ich zu meinem, zugegebenermaßen antiquierten Wort zum Sonntag.

Wir Menschen sind nun mal zweidimensional geeicht, zumindest in Friedenszeiten. Und so schön die per Drohne gemachten Bilder und Videos auch sein mögen, kaum ein erfolgreicher YouTube-Kanal kommt ohne derlei Aufnahmen aus, fühle ich mich beim Surren in der dritten Dimension irgendwie bedroht. Ich hatte ja schon einmal von einem Hobbypiloten berichtet, der inmitten einer Menschenansammlung auf der Ostmole sein Fluggerät startete (siehe hier).Die Aktion war wohl nicht ganz so durchdacht. Mittlerweile breiten sich die Drohnen, trotz rechtlicher Regulierungen, immer mehr aus. Das führt zu zusätzlichen Beschilderungen in unserer zweidimensionalen Welt. Neben „Betreten verboten“ finden sich jetzt zunehmend vor Sehenswürdigkeiten und Naturschutzgebieten neue Verbotszeichen: „Keine Drohnen“. Auch blöd.

Nun stehe ich nicht im Verdacht, ein militanter Tierschützer zu sein. Aber ein kürzlich gesehenes Video (Seglerbericht, was sonst) zeigte die Attacke einer Möwe auf eine Drohne. Für Fluggerät und – tier endete die Begegnung desaströs. Keine guten Bilder.

Letzte Bemerkung zu meinem Sonntagsthema: Genauso blöd finde ich die Zukunftsphantasien, beziehungsweise konkreten Pläne von Amazon und Co, unseren letzten einigermaßen verkehrsberuhigten Raum, der über unseren Köpfen, mit Transportdrohnen in Beschlag zu nehmen. Und so endet meine Sonntagspredigt mit der Frage: Wem gehört eigentlich der Himmel?
So, und nun genieße ich meinen Kaffee weiter und schaue in den mittlerweile wieder ungestörten Himmel.
Ahoi

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