Nerviger Hafentag

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Heute kann ich geruhsam ausschlafen. Auch den Wetterdienst brauche ich nicht erneut zu bemühen. Das laute Pfeifen und Heulen der Wanten und Stagen, das starke Rucken an Mattens Leinen sind Windmesser genug. Das wird wieder ein Tag für die Seepocken am Hintern. Ich koche Kaffee und hole mir bei meiner Morgenrunde zur Ostmole eine Extraportion Meersalz-Inhalat. 8 Uhr. Noch bin ich hier alleine. Selbst die Angler scheinen vom Winde verweht. Es folgt ein nerviger Hafentag, denn die Geräuschkulisse macht mich langsam kirre. Immer wieder kontrolliere ich die Festmacherleinen. Irgendwann knallt es unmittelbar neben Lütt Matten. Bei meinem Nachbarn ist durch den enormen Druck ein sogenannten Ruckdämpfer gerissen. 

 

 

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Bloß gut, dass ich im vergangenen Jahr meine beiden Vorleinen überdimensioniert erneuert habe. Die sollten heute halten. Ich verziehe mich ansonsten in Mattens Bauch und arbeite an einem neuen Erklärbär-Video. Das wird dann im September veröffentlicht werden. Schräg gegenüber muss ein Gastlieger seine Box wechseln. Bei dem Wetter! Ich hätte mich geweigert. Skippers Frau schaut auch schon ganz ängstlich. Ich biete meine Hilfe an und versuche, das Boot des Ehepaares vom Steg aus möglichst lange unter Kontrolle zu halten. Irgendwann reicht meine Kraft nicht mehr aus und die Luvleine reißt mir aus den Händen. Doch alles geht gut, der Skipper gibt ordentlich Gas und ist sicher draußen. Heute ist hier mit Langsamkeit nichts zu gewinnen. Wie versprochen, folge ich dem Paar zu Fuß zum Nachbarsteg und stehe für den Anleger bereit. Das geht alles wesentlich einfacher, weil nun der Wind fast gerade in die Box bläst. Ich muß eigentlich nur zusehen dass das Boot nicht den Steg touchiert. Nach dem erfolgreichen Manöver geben wir uns Highfive. Skippers Frau kann wieder lächeln. 

 

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Zum Abend schmeiße ich einsam noch den Grill an. Für ausreichende Sauerstoffzufuhr für die glühende Holzkohle ist heute ja gesorgt. Fußball und ein guter Wein sind mein Rahmenprogramm. Allein der Wind und das abrupte Zuckeln an den Leinen will nicht enden. Das letzte Abendprogramm bietet ein verunglücktes Anlegemanöver. Das wird wohl ein Fall für die Versicherung. Zumindest läßt der laute Wortwechsel, den ich selbst bei dem lauten Windgeheule noch vernehme, darauf schließen. Na, die Nacht wird sicher lustig.

 

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