Salzseen, Lagunen und Pinguine

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Gut ausgeschlafen genießen wir ordentliches Frühstück mit Rührei. Der Tag fängt gut an und wird es auch bleiben. Andreas ist wieder top fit und übernimmt das Steuer. Auf dem Weg zu den Lagunen sichten wir gleich im nächst folgenden Ort indianermäßig kostümierte“Ureinwohner“. Natürlich gibt es aus dem Off (zwei Frauen auf der Rückbank) die unmißverständliche Anweisung zur Kursänderung. Wir biegen in den Ort ab. Wie sich herausstellt, wird heute dem Heiligen Lukas gehuldigt und vor der Kirche eine Messe zelebriert. Und zu diesem Fest versammeln sich dann auch bunte Folkloregruppen und recht unfromm gekleidete, an brasilianischen Karneval erinnernde Tänzerinnen. Kirchenfeste dürfen hier auch fröhlich sein und Kirchengesänge auch in Dur erklingen. Die Frauen sind glücklich, „authentische Indianer“ (politisch korrekt: Menschen indigener Herkunft) gesichtet zu haben.


Wir dürfen dann irgendwann unsere Fahrt fortsetzen und biegen nach gut 80 km auf eine sandige Piste ab. Erstmals testen wir das Allradgetriebe mit Untersetzung. Wir lernen, dass die Wellblechpiste besser in einem sportlichen Tempo zu nehmen ist. Das Rütteln ist dann für uns erträglicher. Auf einer Höhe von ca. 4250 m erreichen wir die ersten Seen. Beim Aussteigen fegt uns ein Wind um die Ohren, wie wir ihn erst in Patagonien erwartet hätten. Natur und Farbenspiel sind berauschend. Einzig die dünne Höhenluft verhindert Freudentänze. Rasche Bewegung führt in dieser Höhe schnell zur Pulsbeschleunigung. Gott sei Dank bleiben aber weitere Anzeichen von Höhenkrankheit aus. Aber wo sind die Pinguine?


Wir fahren weiter zu einem grandiosen Salzsee inmitten der Atacamawüste. Aufmerksame Überschriftenleser werden es schon ahnen: Hier finden sich keine Pinguine, dafür aber Flamingos. Auf die Frackträger werden wir noch einige tausend Kilometer südlich warten müssen. Der Autor bedient sich halt einer gewissen künstlerischen Freiheit, um seine Leser bei der Stange zu halten. Auflagenstarke Blätter mit großen Buchstaben machen das ja auch. Es weht eine steife und sandige Brise, die uns trotzdem nicht von einem längeren Verweilen abhält. Der Ort ist einfach nur schön.

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Auf sandiger Piste geht es inmitten einer kargen Wüstenlandschaft weiter. Grit füllt permanent den Speicher ihres Fotoapparates und erntet von uns schon Bedauern ob der zu erwartenden Fotosortiererei. Aber am Ende wird mich wohl gleiches Schicksal ereilen. Die digitale Knipserei kann auch zum Fluch werden. Nur von kurzer Dauer ist ein Sandsturm, durch den uns Andreas sicher manövriert. Das Abenteuer hätte durchaus etwas länger gehen können. Ich muß hier ja schließlich täglich etwas Einzigartiges und Spannendes erzählen.

Zum Sonnenuntergang treffen wir wieder in San Pedro ein, füllen noch schnell den Dieseltank und unsere Mägen auf, denn morgen erwartet uns eine lange Tour, die schon drei Stunden vor Sonnenaufgang beginnen soll. Wir sind ja hier nicht zum Picknick.

 

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