Schildkrötensuppe

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Der Skipper mahnte uns gestern zum pünktlichen Ablegen. Brav folgen wir ihm. Ich gehe noch zum einzigen größeren Supermarkt und kaufe 1 kg Rindfleisch. Man möge mich lieber nicht fragen, mit welchen Gesten und Zeichen ich dem Fleischer an der Theke mein Anliegen deutlich gemacht habe. Kaum an Bord, verlassen wir den Hafen. Auf freier See erwartet uns zunächst eine kräftige Flaute. Es bläst Null, Komma Null Null Wind. Also dröhnt monoton der Motor weiter. Einziger Höhepunkt dieses ersten Teils der Überfahrt nach Santa Cruz bleibt eine vorbeiziehende Wasserschildkröte. Wir dümpeln weiter in diese wellenlosen Suppe (Richtig, dies ist die Lösung der mysteriösen Überschrift “ Schildkrötensuppe „). Nach 10 sm beginnt der Atlantik wieder mit langgezogenen Wellen zu atmen. Ungefähr zwei bis drei Meter hohe Wellenberge heben unser Boot ganz sacht hoch und hinunter. Diese sogenannte Dünung kann eine „alte“ Welle sein oder einem neuen Windfeld vorauseilen. Nach einer Stunde wissen wir, letzteres ist der Fall.  Wir ziehen die Segel hoch und rauschen mit 8 Knoten unserem Ziel entgegen. Wieder bleibe ich meinem Verständnis von guter Seemannschaft treu und lege als einziger die Rettungsweste an. Wer mit mir auf Lütt Matten unterwegs ist, hat grundsätzlich nicht die Wahl, bei 5 Bft.freiwillig auf Sicherheit zu verzichten. Alles Klar? Nach 10 1/2 Stunden erreichen wir die Küste Tenerifas und legen wohlbehalten an. Der Skipper hatte noch auf See ein wohlschmeckendes Gulasch (deshalb das Kilo Rindfleisch) gezaubert, nach deren Genuß wir bis in den späten Abend bei Wein und Bier klönen.

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