Tag des Nichtstunkönnens

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Erster Mai – für uns ein Tag des Nichtstunkönnens. Recht ratlos, wie die Motorgeschichte weitergeht, wie es überhaupt um den Motor bestellt ist, mümmel ich mein Frühstück. Uli versucht Trost zu spenden und relativiert den möglichen Schaden indem sie unser gesundes Ankommen betont. Recht hat sie.

An einem Nachbarboot sehe ich zwei Techniker fummeln und ich frage einfach, ob sie sich mal unser Problem anschauen können. Ist ja Tag der Arbeit, zumindestens für die beiden hilfsbereiten Herren. Tja, und was wir dann zu hören bekommen, ist niederschmetternd. Ich solle die Segelsaison 2017 mal in den Wind schreiben. Es fallen Begriffe wie Regreß, Sachverständiger, Rechtsanwalt, Kranen, Gutachten und eine Summe von ……

Wir ernten großes Bedauern. Uli sitzt dabei und wir schauen uns beide immer wieder in die Augen. Das kann und darf jetzt nicht wahr sein. Und wieder kocht die Wut hoch. O.k. Wir wissen jetzt mehr und sind trotzdem noch ratloser. Unsere Erfahrungen mit dem deutschen Rechtssystem sind nicht die besten. Wollen wir uns das alles antun, nur um am Ende doch den Schaden plus Kosten für Rechtsanwälte und Sachverständige zahlen zu müssem? Uli und ich beraten uns, senden eine Email an die Barther Firma und wollen deren Reaktion abwarten. Mehr können wir heute nicht tun.

Wir brauchen Abstand und frischen Wind um die Ohren. Bei schönstem, aber sehr windigem Wetter wandern wir nach Markgrafenheide. Die Strandbesucher scheinen die Temperatur recht unterschiedlich wahrzunehmen. Einige junge Menschen sehen wir badend oder mit kurzen Hosen wandernd den Sommer erzwingen zu wollen. Andere, wie auch wir, ziehen den Kragen bei dem kalten Wind nochmal extra hoch. In Markgrafenheide gönnen wir uns leckere Fischbrötchen und lassen uns von der guten Laune des Budenbetreibers anstecken. Norddeutscher Humor hat was und ich fühle mich gleich besser. Mein Neffe und seine Freundin sind inzwischen hier angekommen und übergeben uns unser Auto, das sie für uns von Barth überführt haben. Herzlichen Dank.

Es ist erst früher Nachmittag und wir wollen noch etwas urlauben. Wir nutzen die wiedergewonnene Mobilität und düsen nach Zingst. Vorbeifahrend an vielen Kindheitserinnerungen macht es Freude, die vielen schönen Reetdächer zu sehen. Der marode DDR-Grauputz ist nur noch selten sichtbar. In Zingst flanieren wir durch den Ort, genießen Milchkaffee mit „Sturmbeuteln“ und besichtigen die kleine Seenotrettungsstation. Am Strand ist es recht stürmisch. Wir sehen in der Ferne den Windpark, an dem wir gestern vorbei gesegelt sind. Gut, dass wir jetzt nicht da draußen sind, denn es bläst doch gut 1 bis 2 Windstärken mehr.

Zurück in Warnemünde erhalten wir die Nachricht, dass morgen der Chef der Firma, die den Motor von Matten revisioniert hat, den Schaden und deren Ursache begutachten will. Da wir unbedingt dabei sein wollen, stornieren wir unseren morgigen Elternbesuch und planen um.

Nachtrag zu unserem gestrigen Törn. Track auf Marine Traffic

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