Wir sind Freunde

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Andreas feiert Geburtstag. Wann denn nun? Wir denken, durch die Zeitverschiebung seit gestern 20 Uhr. Deshalb luden wir gestern Abend zum Essen und feierten praktisch in seinen Tag hinein, ohne das es erst Mitternacht werden mußte. Die Lokalität war rappel voll, das Mahl sehr gut. Natürlich gab es für uns Nichtvegetarier argentinisches Fleisch vom Grill. Grit wählte gegrillten Lachs, der (ich durfte kosten) auch lecker lecker (niederländischer Slang, den wir seit unserer Studentengemeindezeit kennen) war.

Der Morgen beginnt mit einem kleinen Geburtstagsständchen. Wieder müssen alle Lebensmittelvorräte aufgebraucht werden, denn es steht die Rückkehr nach Chile an. Die Koffer werden in die versandeten Tüten verpackt, keine saubere Prozedur. Señiore Staub ist immer noch unser ungeliebter Begleiter. Der Typ wird uns erst in Punto Arenas verlassen. Wir fahren die Ruta 40 südwärts 100 km, nehmen querfeldein eine Abkürzung, bei der uns dieser Herr einladend begrüßt:IMG 6517 e1478718421245 225x300 - Wir sind Freunde

Der Wind, er gehört mittlerweile auch zu unseren ungebetenen Mitreisenden, bläst patagonisch mit 12 Bft.

Die Landschaft wird abwechslungsreicher. Kennt man 50 km Pampa, reicht das auch. Am Horizont tauchen die ersten Berge des Torre del Paine auf. Diese erheben sich von jetzt auf gleich von 200 auf mehr als 2.500 m. Eine gigantische Landschaft, die Lust macht auf Erkundung. Doch vorher überschreiten wir die Grenze nach Chile. Wieder läuft alles unkompliziert und freundlich ab.

Mit dem Verlassen der Pampa wird auch die Fauna abwechslungsreicher. Ein Nandu mit reicher Kinderschar begeistert uns.

Flamingos stehen im kräftigen Rosa vor alpiner Kulisse. Unsere Fahrt auf sandiger Piste gleicht einer südamerikanischen Safari. Es fehlt nur noch der hier heimische Puma.

Wir sind im Nationalpark Torres del Paine angekommen. Eisiger Wind läßt die Begrüßung etwas unterkühlt ausfallen. Unser Quartier für die kommenden drei Tage liegt auf einer kleinen Insel inmitten eines Gletschersees, die nur per Holzbrücke zu Fuß erreichbar ist. Auf dem See herrscht enormer Seegang. Mein lieber Scholli, nix für Leichtmatrosen. Ein Kurzausflug führt uns an einen anderen Gletschersee, auf dem richtige Eisberge driften. Leider bleibt unser heutiger Whisky wieder eisfrei. Die Eiswürfel sind für uns zu weit vom Ufer entfernt. Ein Parkranger schüttelt verständnislos mit dem Kopf, als wir ihn nach einer passenden Whiskyeisentnahmestelle befragen. Dabei war unser Spanisch gar nicht mal so spanisch. Verrückte Menschen laufen hier rum.

Der Wind erreicht Orkanstärke und zwingt uns zur Aufgabe. Wir finden in der Nähe eines Campingplatzes ein Restaurant mit teilweisem SB-Service. Das Menü ist sehr gut, die Temperatur zu kühl. Der Mix aus Selbst- und Bedienung führt zu leichten Irritationen und versuchtem Suppendiebstahl. Uli bekommt einen Lachanfall, als Grit Anlauf nimmt, sich an den für andere Gäste bestimmten Schüsseln zu bedienen. Trotz Niedrigtemperatur herrscht bei uns warmherzige Stimmung. Ein schöner Geburtstag. Wir sind Freunde, übrigens auch Argentinien und ich.

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