Ein Blick in die Kloschüssel

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Keine Angst, es wird nicht unappetitlich. Aber der Reihe nach.

Das gestrige anstrengende Segeln hinterließ Spuren. Nach einem komatösen Schlaf werde ich heute erst gegen 8 wach.  Auf mich wartet ein beschaulicher Hafen- und Feiertag. Ausruhen und weitere kleine Baustellen beseitigen. Nach der Reparatur ist vor der Reparatur. Aber zuerst frühstücke ich gemütlich im Cockpit bei Flaute und Sonnenschein. Erste Telefonanrufe und Nachrichten trudeln ein. Schön, wenn so viele Menschen an mich denken. 

Das mit dem Feiern fällt allerdings aus. Recht so. Jedenfalls heute. Abwaschen und Feudelschwingen sind die ersten notwendigen Arbeiten. Dat war ober tied. Danach fühl ich mich gleich viel wohler. Auch das Cockpit ist wieder vorzeigbar. 

Am Rigg drehe ich noch etwas an den Terminals. Die Wanten an der Backbordseite hatten noch nicht ihre endgültige Spannung. Im vergangenen Jahr hatte ich deren Positionen mit Klebeband markiert, aber nach dem Maststellen noch nicht wieder hundertprozentig einstellen können. 

Unausweichlich komme ich dann zur Herausforderung des Tages. Seit einiger Zeit läuft trotz geschlossener Ventile auf rätselhafte Weise immer wieder die Kloschüssel mit Wasser halb voll. Blöd, insbesondere wenn Matten Lage schiebt. Blöd auch so. Denn nicht immer sieht das Wasser glasklar aus. Aber lassen wir das. Jedenfalls recherchierte ich daheim nach möglichen Ursachen und Lösungen. Wie immer im allwissenden Netz gehen die Vorschläge zu dem Thema weit auseinander. Ich suche mir einen der simpelsten und plausibelsten aus. Da gäbe es ein sogenanntes Rückschlagventil am Abflussrohr, dass irgendwann seine Funktion aufgeben würde. Noch in Barth habe ich eben solches noch käuflich erstehen können. Also ran an die Arbeit. Als Berufspessimist sehe ich mich schon mit Gasmaske in der Trissebude hantieren. Doch es kommt anders. Zwei Schrauben lösen, Rohr abziehen, welches wirklich sauber war, und besagtes Ventil rausziehen. Das mit der Sauberkeit überraschte mich. Die Gasmaske, die ich eh nicht gehabt hätte, ist also unnötig. Scheinbar sind die obligaten mehrmaligen Spül- und Pumpvorgänge (siehe dazu auch mein youtube-Video) sehr wirksam.

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poröses Rückschlagventil

Jo, das Rückschlagventil selbst sieht etwas verkalkt, aber v.a. sehr spröde aus. Wieder ein Gummiteil, dass seine Dienst versagt bzw. bald versagt hätte (siehe Manschette des Saildrive).

Reinigung alleine wäre also keine Lösung. Gott sei Dank paßt das neue Ventil auf anhieb. Zwei Schrauben wieder festziehen, Funktionsprüfung. Mission erfüllt. Keine Ohnmacht, keine Atembeschwerden. Puh.

Einer Funktionsprüfung möchte ich auch meinem im Winter erstandenen Klappfahrrad unterziehen. Gebraucht gekauft schien alles okay. Allein der Anlaß fehlte bisher, um zu prüfen, ob der kleinrädrige Drahtesel für mehr als den Weg zum Hafenbüro taugt. Als Ziel wähle ich “meine Fischbude“ in Markgrafenheide aus. Das sind wohl hin und zurück vielleicht 8 Kilometer. Mit drei verschiedenen Übersetzungen versehen, sollte das machbar sein. Also strampel ich los. Es quietscht etwas. Das ist noch zu verkraften. Allein die versteckt eingebaute Fahrstuhlfunktion des Sattels stört. Immer wieder senkt sich dieser trotz festgeknalltem Verschluss nach mehreren hundert Metern ab. Das Treten wird dadurch natürlich anstrengender. Wieder eine Baustelle. Ja, ich höre schon die gutgemeinten Ratschläge, dass eine Gewichtsreduzierung des Drahteselreiters die einfachste aller Lösungen wäre. Haha. Jedenfalls schaffe ich es trotzdem ohne Maikäferpumpen bis zum ersehnten Backfisch mit einem kühlen Störtebecker. Nicht in Rekordzeit, aber schneller als zu Fuß allemal. 

Zurück in der Marina ist dann Kundenpflege angesagt. Anfragen und Kommentare bei youtube beantworten und natürlich auch diesen Blog mit Inhalt füllen. Und schwups, ist der Hafen- und Feiertag fast schon wieder vorbei. Jetzt noch den Törn für morgen planen und dann ab in die Koje. Ahoi 

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